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News - Oberlausitzer Kunst

Ausstellung „Sommertraum“

Im ehemaligen Rittergut Saritsch
Zum Herrenhaus 1
02699 Neschwitz OT Saritsch
Am Sonntag, den 5.07.2020...

Galerie Arkadenhof Löbau

Ausstellung Aquarellmalerei

Helga Pilz

verlängert bis 12. Juli 2020

Kunstlade Zittau

Es geht wieder los!

Unter Beachtung der geltenden Schutzregeln.

Lutz Hellmuth

Figurationen

Plastik - Zeichnungen

Eröffnung 05.06. bereits...

Neues aus der Region

13. Juli 2020

Neues aus Finkendörfel

Beim Kräuterfest

Liebe Leserfreunde von Oberlausitz Art

Heute gibt es bei den Finkendörfelgeschichten einen kleinen Auszug aus "Emmelie- der erst Fall". Es ist die Szene vom Kräuterfest. Das passt so gut in die sommerliche Jahreszeit rund um den Johannistag und die Sommersonnenwende.

Diesen Sommer lang gibt es in der Aktion "Sommer-Krimi-Lesevergnügen" alle drei Krimis von mir zum Sonderpreis von 33 Euro. Und es gibt auch eine kleine Kräuterüberraschung in der Tüte. Ein Gruß vom Neissuferverlag von Natascha Sturm. Fragen Sie in Ihrer Buchhandlung nach.

Oder bestellen Sie gleich hier direkt bei mir:

https://elopage.com/s/lebenswege-sylke-hoerhold/Sommerkrimis

Ich wünsche Ihnen eine erholsame Sommerzeit mit vielen interessanten Erfahrungen und spannender Lektüre

Herzlich

Ihre Sylke Hörhold

https://sylke-hoerhold.de

Sylke Hörhold rechts mit Verlegerin Natascha Sturm vom Neissuferverlag Görlitz 

Sylke Hörhold (rechts) mit Verlegerin Natascha Sturm vom Neissuferverlag Görlitz

www.sylke-hoerhold.de   Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Saskia Suter, die Patentante der verstorbenen kleinen Emmelie ist eine der Verdächtigen in diesem ersten Fall von Julia. Da werden die Hunde von Saskia vergiftet im Pool der Degenharts gefunden. Die Polizei ermittelt.

Beim Kräuterfest in der Gärtnerei der Nachbarin und Freundin Gudrun wird nun eifrig getuschelt und allerlei Mutmaßungen angestellt, während immer mehr Gäste eintreffen. Man hat es sich bei den servierten Kräuterspezialitäten und kühlen Getränken gemütlich gemacht, während die Kinder im Gelände herumtoben und spielen. Doch dann plötzlich …

 

18. Kapitel - Beim Kräuterfest

„Mama! Mama! Der Maks macht blöde!“ Die Kinder waren in Panik. Schreiend kamen sie gelaufen. Miriam vornweg. „Mama! Jetzt stirbt der Maks wirklich.“

Langsam, als erwache sie aus einem Traum, wandte sich Gudrun zu ihrer Tochter um. Miriam lief zu ihr, packte sie und zerrte sie mit sich fort. „Was? Was ist mit Maks?“, keuchte Gudrun. Julia folgte ihnen, ohne zu zögern. Ein paar der Männer waren bereits mit den Kindern zurück in die Gärtnerei geeilt. Einer kam mit einem brüllenden, zappelnden Maks auf dem Arm zurück, noch während Julia an Gudruns Seite mit Miriam auf das Haus zulief. „Maks! Mein Kind“, brach es aus Gudrun heraus. Maks sprudelte und spuckte und gebärdete sich wie ein toller Kobold.

„Holt Dr. Köhler!“, kommandierte Ella-Ma.

Sofort rannte jemand los.

„Und den Notarztwagen, schnell“, rief Julia. Dann kauerte sie sich neben Gudrun und ihren Maks.

„Stopf mir die Blumen nicht in den Mund“, schrie Maks und schlug um sich, als gelte es, eine ganze Schar Dämonen zu vertreiben.

„Blumen. Er muss irgendwelche Pflanzen gegessen haben“, sagte Julia. „Welche könnten es sein, Gudrun? Hast du auch Giftpflanzen in der Gärtnerei?“

„Nein“, weinte Gudrun laut und wiegte ihr tobendes Kind. „Keine. Keine Giftpflanzen in der Gärtnerei.“

Rasch erhob sich Julia. „Miriam!“ Sie griff nach dem wimmernden Mädchen. „Wo habt ihr gespielt? Zeig mir die Stelle!“ Mit Ella-Ma und Trude liefen sie durch den vom Fackelschein erhellten Kräutergarten an den Gewächshäusern vorbei zu dem Gebüsch weit hinten im Gelände. Es war schon eine halbe Wüstenei, die die kultivierten Kräuter- und Gemüsebeete der Gärtnerei vom Feldrain und den Weiden trennte. Ein Komposthaufen, alte, halb verwilderte Beerensträucher, hohes, ungemähtes Gras. In der Dunkelheit war kaum ein Halm vom anderen zu unterscheiden. Julia holte sich eine der Fackeln, die überall zwischen den Beeten aufgestellt waren.

„Wo? Wo genau?“

Das verängstigte Kind führte sie an alle Stellen, wo sie gespielt und ihre Verstecke gebaut hatten.

„Da haben wir es“, rief Trude plötzlich. Sie wies auf ein paar zerpflückte Stängel mit buchtig gezahnten Blättern. Kindliche Hände hatten die weiß-violetten, trichterförmigen Blüten zu einem Kranz darum geordnet. „Datura stramonium – der gemeine Stechapfel.“

„Oh mein Gott. Dieses Zeug wächst aber auch überall.“

Im Dorf unten ertönte bereits das Martinshorn. Julia griff nach den Pflanzenteilen. „Schnell zurück“, rief sie. „Maks wird es bald wieder besser gehen.“

Sie hasteten mit ihrer Beute zurück zu den anderen, wo sich inzwischen neue Aufregung ergeben hatte. Marina war bewusstlos zusammengebrochen, ein zweiter Krankenwagen für sie bestellt. Der erste war bereits eingetroffen und der Notarzt kümmerte sich um den kleinen Maks, der immer noch spie und spuckte und tobte und fantasierte.

„Guter Tipp!“, sagte der Notarzt, als Julia ihm die Giftpflanze reichte. Dann rief er dem Fahrer zu, die Klinik auf eine mögliche Stechapfelvergiftung vorzubereiten. Er berührte Gudrun an der Schulter. „Wir bekommen den kleinen Kerl durch, Frau Böhmer. Das verspreche ich Ihnen.“

„Ich komme mit!“

„Aber bitte nicht im Notarztwagen. Sie behindern nur unsere Bemühungen.“

„Aber …“

„Ich fahre Sie, Gudrun“, bot sich Trude an. „Miriam wird bei Ella bleiben. Die Kleine ist doch so gern bei den Katzen.“

Dankbar und zugleich hilflos sah sich Gudrun um. „Und mein Fest? Eine Katastrophe … ich …“

„Mach dir darüber keine Gedanken“, sagte Julia mit felsenfester Stimme. „Fahre du mit deinem Kind, Gudrun. Es wird alles gut.“

„Glaubst du wirklich?“ Ihr Blick schien sich an Julia festzusaugen. „Es ist wie ein Albtraum. Es ist wie bei Emmelie …“ Schluchzend ließ sie sich von Trude mit in Richtung Dorf schleppen, wo Trudes Trabi auf seine Nachtfahrt wartete.

„Mama!“ empörte sich eine weinende Miriam neben ihnen. „Deine Mama kommt bald mit einem gesunden Maks zurück“, sagte Julia zu dem Kind, indem sie sich zu ihr kauerte und sie umarmte. „Auf dich passt heute Prinz Raki auf und alle seine Katzendamen. Und natürlich Tante Ella. Die ist eine Fee, wusstest du das?“

Miriam sah Julia skeptisch an. „Eine gute?“

„Natürlich eine gute, sonst hätte sie doch nicht so viele Katzen bei sich, oder?“

„Aber die Hexen haben doch auch …“

„Julia, du kümmerst dich bitte um den Rest der Gäste, ja?“ Der Befehlston der guten Fee ließ das Kind in erfurchtsvollem Schrecken verstummen. Julia beließ es bei Miriams Unsicherheit, ob Ella-Ma nun eine gute oder eine böse Fee war. Bis zum nächsten Morgen würde sie das bestimmt herausbekommen haben.

„Wie geht es Marina“, fragte sie Ella-Ma, nachdem sie sich aufgerichtet hatte.

„Gut“, sagte sie kurz. „Dr. Köhler ist bei ihr. Sie hat wohl einen Schreck bekommen, weil es so ähnlich war wie …“ Sie stockte. Doch weisen Kinderherzen entgeht nichts. „Wie bei Emmelie!“, rief Miriam. „Wird Maks auch sterben?“

Sofort begann sie wieder zu weinen.

„Maks hat giftige Blumen gegessen, die jetzt wieder rauskommen aus seinem Bauch. Ist das klar?“, sagte Ella-Ma streng zu der Kleinen. „Er wird wieder ganz gesund. Und du kommst jetzt mit und bist ein tapferes, braves Mädchen!“

Unter Ella-Mas herrischer Stimme versiegte Miriams Tränenstrom augenblicklich. Sie warf einen anklagenden Blick auf Julia. Die hob die Schultern und breitete die Arme aus. Eine Fee ist eine Fee, mal gut, mal böse. Wer kennt sich da schon aus? Hoheit Raki wird es richten, da war sich Julia ganz sicher, als sie dem ungleichen Paar hinterhersah.

Die beiden waren noch nicht weit den Weg über den Viebig zum Dorf hinuntergegangen, als der zweite Krankenwagen angeschaukelt kam. Julia dirigierte ihn auf den Hof vor das Haus und folgte den jungen Sanitätern, die mit der ausgehebelten Trage über die Wiese hasteten. Um Marina hatte sich eine beachtliche Menschenmenge versammelt. Etwas abseits stand Charlie mit seiner Familie. Er hatte die Arme vor der Brust verschränkt und sah zu Marina herüber. Julia glaubte, Verachtung in seinem Gesicht zu lesen.

So viele Gäste hatte Julia gar nicht in Erinnerung. Nur widerwillig teilte sich die Menge, als die Sanitäter sie dazu aufforderten. An den Apfelbaum gelehnt und in eine Decke gehüllt, saß Marina halb aufrecht. Ihre Augen waren geschlossen. Ihr Brustkorb hob und senkte sich unter heftigem Atmen. Torsten, der noch bleicher war als seine Frau, kniete neben ihr. Dr. Köhler ging den Sanitätern entgegen. „Sie ist außer Gefahr“, sagte er.

„Bloß gut“, schnaufte einer der Jungen, „sonst hätten wir vielleicht noch einen Hubschrauber anfordern müssen. Es sind alle im Einsatz. Das ist vielleicht ein Abend heute!“

„Aber zur Beobachtung nehmen Sie doch meine Frau mit?“ Panik schwang in Torstens Stimme.

„Selbstverständlich“, sagte Dr. Köhler und gab den Jungen ein Zeichen. „Das EKG können Sie in der Klinik schreiben. Sie ist stabil und bei Bewusstsein. Etwas Sauerstoff vielleicht …“

Torsten erhob sich mit verzerrter Miene. „Ich komme mit dem Wagen nach.“

„Nein!“, rief Marina schwach. Ihre Augen waren jetzt weit aufgerissen. Sie hatte Torstens Hand gepackt.

„Aber …“

„Nein! Ich will es nicht. Mir geht es gut. Du hörst, was der Arzt sagt. Nur zur Beobachtung.“

„Liebling, ich will …“

„Bleib bei Vater! Und bei Gudrun“, fügte sie flüsternd hinzu. „Hilf ihr … mit all dem hier.“

„Machen wir“, mischte sich Julia beherzt ein. Torsten gab sich geschlagen. Wenige Minuten später fuhr der Krankenwagen ohne Blaulicht davon.

Meltzer sah dem Krankenwagen nach. Julia vermochte seinen Gesichtsausdruck kaum zu deuten. War es Angst? War es Sorge? Sie wollte schon ein paar Worte des Trostes an ihn richten, da wandte er sich um und warf einen so schwarzen Blick auf Charlie, dass Julia ihre Rede im Hals stecken blieb. Die beiden Männer maßen sich wie zum Duell. Da trat Gwen mit dem Kind auf dem Arm neben ihren Mann. Ludwig Meltzer wandte sich ab und genehmigte sich geräuschvoll ein neues Bier, das er gierig austrank. Dann verschwand er grußlos.

Auch Charlie winkte Julia nur kurz zum Abschied. Sie stand dicht bei Torsten.

Ein paar der anderen Gäste begannen bereits, beim Abräumen des Büfetts zu helfen. In lebhaft diskutierenden Grüppchen und unter vielen Beteuerungen, dass man dem kleinen Kerl alles Gute wünschte, verabschiedeten sich nach und nach alle und brachen auf. Von Gudruns erstem Kräuterfest würde man noch lange erzählen im Dorf. Fraglich war nur, ob es jemals ein zweites geben würde.

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